Business news from Ukraine

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Der Export von gefrorenen Himbeeren aus der Ukraine belief sich in der Saison 2025/26 auf 63,3 Tausend Tonnen

6 September , 2026  

Wie Experts.news berichtet, hat die Ukraine in der Saison 2026/27 gute Chancen, weltweit den ersten Platz einzunehmen – und zwar nicht nur beim Nettoexport, sondern auch beim Gesamtexportvolumen von gefrorenen Himbeeren, vor dem Hintergrund eines drastischen Ernteeinbruchs bei den Hauptkonkurrenten Serbien und Polen, heißt es im Analysebericht des Verbandes „Beerenanbau der Ukraine“ vom August.

Nach Einschätzung des Verbandes könnte die Himbeerernte in Serbien im Jahr 2026 etwa 30.000 Tonnen betragen, gegenüber etwa 65.000 Tonnen in einer normalen Saison, was den niedrigsten Wert seit etwa 30 Jahren darstellen würde. Die Produktion wurde durch Frühlingsfröste, Pflanzenkrankheiten, Hitze und extreme Trockenheit beeinträchtigt: Im August fielen in Serbien nur etwa 7 mm Niederschlag.

Auch in Polen hat sich die Lage verschärft, wo Frühlingsfröste die Beerenplantagen beschädigt haben. Der Rückgang des Angebots wirkte sich unmittelbar auf die europäischen Preise aus: Der Preis für serbische IQF-Himbeeren lag bei rund 7 Euro/kg, was etwa 51 % über dem Vorjahresniveau liegt.

Für ukrainische Lieferanten ergibt sich daraus ein günstiges Preisfenster. Die Ukraine ist bereits weltweit führend beim Nettoexport von gefrorenen Himbeeren, d. h. beim Exportvolumen abzüglich der Importe. In der Saison 2025/26, von Juni 2025 bis Mai 2026, exportierte das Land 63,3 Tausend Tonnen gefrorene Himbeeren im Rekordwert von 250,8 Mio. US-Dollar. Die Exporterlöse stiegen im Jahresvergleich um 65 %, der Durchschnittspreis lag bei 3,96 Euro/kg.

Auch die neue Saison begann auf hohem Preisniveau. Im Juni 2026 exportierte die Ukraine rund 2,15 Tausend Tonnen gefrorene Himbeeren zu einem Durchschnittspreis von 4,14 Euro/kg. Die wichtigsten Abnehmerländer waren Tschechien, Polen und Deutschland.

Der ukrainische Sektor für gefrorene Himbeeren hat seine Position auf dem europäischen Markt in den letzten Jahren erheblich gestärkt. Bereits nach den Ergebnissen des Jahres 2024 schätzten die Analysten von EastFruit den Export der Ukraine auf etwa 65,1 Tausend Tonnen, während Serbien rund 67,7 Tausend Tonnen exportierte. Serbien importierte jedoch gleichzeitig rund 4,7 Tausend Tonnen Beeren zum weiteren Reexport, sodass sich seine Nettoexporte auf etwa 63 Tausend Tonnen beliefen. Die Ukraine, die praktisch keine Himbeeren importiert, wurde in dieser Kategorie erstmals zum weltweiten Marktführer.

Auch Polen bleibt eines der größten Zentren des weltweiten Handels mit gefrorenen Himbeeren, allerdings hängt seine Rolle weitgehend mit der Verarbeitung und dem Reexport importierter Beeren zusammen. Nach Schätzungen von EastFruit bestand im Jahr 2024 mehr als die Hälfte der von Polen exportierten gefrorenen Himbeeren aus importierten Rohstoffen, von denen ein erheblicher Teil aus der Ukraine stammte. Der Nettoexport Polens wurde auf lediglich etwa 16.000 Tonnen geschätzt.

Gleichzeitig verringert die Ukraine schrittweise ihre Abhängigkeit von polnischen Zwischenhändlern. In den Jahren 2022–2024 sank der Anteil Polens an den ukrainischen Exporten von gefrorenen Himbeeren von 63 % auf 35 %, während der Anteil Deutschlands, Tschechiens, Österreichs und Frankreichs zusammen auf 48 % stieg. In diesem Zeitraum stiegen die Direktlieferungen nach Deutschland um das 4,5-Fache, in die Tschechische Republik um das 4,2-Fache und nach Österreich um das 33-Fache.

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Ukraine ihren ersten Platz behaupten kann, bleibt die Qualität der Verarbeitung. Ein erheblicher Teil der Wertschöpfung entsteht nicht beim Anbau der Beeren, sondern beim Sortieren, beim individuellen Schockgefrieren (IQF), beim Verpacken und beim Direktverkauf an europäische Handelsketten und industrielle Abnehmer. Daher könnte der weitere Ausbau der Verarbeitungskapazitäten ebenso wichtig sein wie die Vergrößerung der Anbauflächen selbst.

Nach den neuesten verfügbaren FAOSTAT-Daten für das Jahr 2024 blieb Russland mit rund 213,8 Tausend Tonnen der weltweit größte Himbeerproduzent, gefolgt von Mexiko mit 175,5 Tausend Tonnen auf Platz zwei und Serbien mit 94 Tausend Tonnen auf Platz drei. Es folgten die USA mit etwa 82,1 Tausend Tonnen und Polen mit rund 76,9 Tausend Tonnen. Die Ukraine produzierte etwa 33,6 Tausend Tonnen. Diese Zahlen beziehen sich ausschließlich auf den Anbau von Himbeeren und stimmen nicht mit den Exportstatistiken überein, da ein Teil der Ernte im Inland verbraucht wird und einige Staaten die Beeren aktiv zur Weiterverarbeitung und zum Reexport importieren.

Im weltweiten Handel mit gefrorenen Himbeeren bleiben die Ukraine, Serbien und Polen die wichtigsten Akteure. Die Ukraine führt seit 2024 bei den Nettoexporten, während Serbien bislang einen leichten Vorsprung bei den Bruttoexporten behielt. In der umfassenderen Zollkategorie HS 081120, die auch gefrorene Brombeeren und einige verwandte Beeren umfasst, gehört auch Chile zu den großen Exporteuren, weshalb die Zollranglisten nicht vollständig mit dem Ranking speziell für Himbeeren gleichgesetzt werden können.

Sollte sich die Prognose des Verbandes „Beerenanbau der Ukraine“ bestätigen, könnte die Saison 2026/27 die erste sein, in der die Ukraine gleichzeitig den ersten Platz weltweit sowohl beim Netto- als auch beim Bruttoexport von gefrorenen Himbeeren einnimmt.

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