In der Saison 2025/26 hat die Ukraine die inländische Rapsverarbeitung deutlich gesteigert – auf 43 % der Ernte gegenüber 16 % im Vorjahr, berichtet „Agrobusiness heute“.
Von den verfügbaren rund 3,3 Millionen Tonnen Raps haben ukrainische Unternehmen etwa 1,4 Millionen Tonnen verarbeitet, während rund 1,9 Millionen Tonnen für den Export bestimmt waren.
Die veränderte Marktstruktur wirkt sich bereits auf die Lieferungen in die Europäische Union aus. Die Ukraine exportiert weniger Rapssamen und steigert gleichzeitig die Lieferungen von Produkten mit höherer Wertschöpfung.
In den ersten acht Wochen der neuen Saison stieg der Export von ukrainischem Rapsöl in die EU um etwa das Fünffache – auf 24.000 Tonnen. Nach Schätzungen der Publikation mussten für die Herstellung dieser Ölmenge etwa 60.000 Tonnen Rapssamen verarbeitet werden.
In diesem Zeitraum deckte die Ukraine etwa 56 % der Rapsölimporte in die Europäische Union ab.
Somit verändert der ukrainische Rapssektor schrittweise sein Geschäftsmodell: Anstelle des überwiegenden Exports von Rohstoffen wird ein immer größerer Teil der Ernte im Inland zu Öl und Schrot verarbeitet.
Dies ermöglicht es, den größten Teil der Wertschöpfung in der Ukraine zu behalten und gleichzeitig die Abhängigkeit der Verarbeiter von Rohstoffimporten sowie die Auslastung der Betriebe mit anderen Ölsaaten zu verringern.