Die ukrainischen Metallunternehmen verzeichneten von Januar bis Juli 2026 einen Rückgang der Deviseneinnahmen aus dem Export von Eisenmetallen um 7,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – auf 1,678 Mrd. US-Dollar, wie Daten des Staatlichen Zolldienstes zeigen.
Im Zeitraum Januar bis Juli 2025 brachte der Export von Eisenmetallen der Ukraine 1,816 Mrd. US-Dollar ein.
Der Anteil der Eisenmetalle am gesamten Warenexport des Landes ging ebenfalls zurück – von 7,79 % im Vorjahr auf 6,95 %, d. h. um 0,84 Prozentpunkte.
Gleichzeitig stiegen die Importe von Eisenmetallen in die Ukraine weiter an. In den ersten sieben Monaten stiegen sie um 7,2 % auf 1,023 Mrd. US-Dollar.
Somit sah sich die ukrainische Metallindustrie im Jahr 2026 gleichzeitig mit einem Rückgang der Exporteinnahmen und einer zunehmenden Konkurrenz durch Importprodukte konfrontiert.
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatte die Ukraine hingegen ihre Exporterlöse aus Schwarzmetallen um 7,85 % auf 3,339 Mrd. US-Dollar gesteigert, nachdem sie 2024 bereits um 16,9 % gestiegen waren.
Quelle: Staatlicher Zolldienst der Ukraine, Daten für Januar–Juli 2026.
Die ukrainischen Unternehmen haben im Zeitraum Januar bis Juli dieses Jahres ihren Verbrauch an Walzprodukten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,27 % auf 2,309 Mio. Tonnen gesteigert.
Laut einer Pressemitteilung des Verbandes „Ukrmetallurgprom“ vom Freitag wurden in diesem Zeitraum 1,063 Mio. Tonnen importiert, was 46,06 % des inländischen Verbrauchs an Walzstahl entspricht.
Nach Angaben von „Ukrmetallurgprom“ produzierten die ukrainischen Metallunternehmen von Januar bis Juli 2026 3,322 Mio. Tonnen Walzstahl (91,7 % im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025), von denen nach Angaben des Staatlichen Zolldienstes der Ukraine rund 2,076 Mio. Tonnen, d. h. 62,5 %, exportiert wurden. Im Zeitraum Januar bis Juli 2025 betrug der Exportanteil 60,2 % (2,182 Mio. Tonnen bei einer Gesamtproduktion von 3,622 Mio. Tonnen Walzstahl).
Der Anteil der Halbzeuge an den Exportlieferungen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 beträgt 42,58 % und liegt damit deutlich über dem Wert der ersten sieben Monate des Jahres 2025 (32,58 %). Der Anteil von Flachwalzprodukten an den Exportlieferungen im Zeitraum Januar bis Juli 2026 liegt etwas unter dem Wert von Januar bis Juli 2025 (43,74 % bzw. 44,55 %). Der Anteil von Formstahl liegt hingegen deutlich unter dem Wert von Januar bis Juli 2025 (13,68 % im Jahr 2026 gegenüber 22,87 % im Jahr 2025).
Die Importstruktur im Zeitraum Januar bis Juli 2026 ist durch eine deutliche Dominanz von Flachwalzprodukten gegenüber Formstahl gekennzeichnet (66,59 % bzw. 26,94 %), während im Zeitraum Januar bis Juli 2025 die Dominanz von Flachwalzprodukten gegenüber Formstahl deutlich größer war (74,77 % bzw. 20,19 %).
„Im Zeitraum Januar bis Juli 2026 betrug die Kapazität des Binnenmarktes 2,309 Mio. Tonnen Walzstahl, wovon 1,063 Mio. Tonnen bzw. 46,06 % auf Importe entfielen. Im Zeitraum Januar bis Juli 2025 betrug das Volumen des Inlandsmarktes 2.302,7 Tausend Tonnen, wovon 862,7 Tausend Tonnen bzw. 37,46 % importiert wurden. „Somit ist im Zeitraum Januar bis Juli 2026 ein Anstieg der Kapazität des Binnenmarktes gegenüber dem Zeitraum Januar bis Juli 2025 um 0,27 % zu verzeichnen, bei einem gleichzeitigen Anstieg des Anteils der Importe um 8,58 %“, heißt es in der Pressemitteilung.
Die wichtigsten Exportmärkte für ukrainische Walzprodukte waren im Zeitraum Januar bis Juli dieses Jahres nach Angaben des Staatlichen Zolldienstes die Länder der Europäischen Union (81,9 %), das übrige Europa (9,6 %) und die GUS (6,5 %).
Unter den Importeuren von Metallprodukten belegen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 andere europäische Länder den ersten Platz (49,8 %), gefolgt von asiatischen Ländern (25,5 %) und den Ländern der EU-27 (16,0 %).
Wie bereits berichtet, wuchs der ukrainische Markt für Walzstahl im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 21,73 % auf 4 Mio. 1,6 Tausend Tonnen. Es wurden 1 Mio. 603,6 Tausend Tonnen importiert, was 40,07 % des inländischen Verbrauchs an Walzstahl entspricht.
Der ukrainische Markt für Walzstahl schrumpfte im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 6,26 % auf 3 Mio. 288,4 Tausend Tonnen, während er sich im Jahr 2023 im Vergleich zu 2022 um das 2,19-Fache auf 3 Mio. 505,6 Tausend Tonnen vergrößerte.
Die Einnahmen der Ukraine aus dem Export von Eisenmetallen beliefen sich im Juli 2026 auf 199,9 Millionen Dollar und gingen damit im Vergleich zu den 293,6 Millionen Dollar im Juni um etwa 31,9 % zurück, wie das Informations- und Analysezentrum „Experts Club“ mitteilt.
Diese Berechnung ergibt sich aus den Daten des Staatlichen Zolldienstes der Ukraine.
Die Entwicklung im Juli verschlechterte die Ergebnisse der Branche für die ersten sieben Monate erheblich. Insgesamt gingen die Deviseneinnahmen aus dem Export von Eisenmetallen von Januar bis Juli im Jahresvergleich um 7,6 % auf 1,678 Mrd. US-Dollar zurück.
Gleichzeitig importierte die Ukraine im Juli Eisenmetalle im Wert von 176,4 Mio. US-Dollar. Somit verringerte sich die monatliche Differenz zwischen den Exporten und Importen dieser Produkte auf rund 23,5 Mio. US-Dollar.
Weitere 71,4 Mio. US-Dollar entfielen im Juli auf den Export von Metallerzeugnissen, während deren Import 106,3 Mio. US-Dollar betrug. Folglich überstieg der Import von Metallerzeugnissen im Juli den Export unmittelbar um fast 35 Mio. US-Dollar.
Insgesamt belief sich der Export von Eisenmetallen und Metallerzeugnissen im Juli auf rund 271,3 Mio. US-Dollar, während der Import etwa 282,6 Mio. US-Dollar betrug.
Wenn diese beiden Produktgruppen gemeinsam betrachtet werden, verzeichnete die Ukraine im Juli somit faktisch eine geringfügig negative Handelsbilanz von rund 11 Mio. US-Dollar, obwohl der Saldo für alle sieben Monate bislang positiv bleibt.
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 erzielte die Ukraine 3,339 Mrd. US-Dollar aus dem Export von Eisenmetallen und 916,2 Mio. US-Dollar aus dem Export von Metallerzeugnissen.
Der starke Rückgang im Juli erfordert eine weitere Beobachtung: Die Daten eines einzelnen Monats allein lassen bislang nicht erkennen, ob es sich um den Beginn einer anhaltenden Verschlechterung der Exportbedingungen oder um eine kurzfristige Schwankung der Lieferungen handelt.
EXPERTS CLUB, Metallexporte, METALLURGIE, UKRAINISCHER HANDEL
Der Handelsüberschuss der Ukraine bei Eisenmetallen und daraus hergestellten Erzeugnissen ist im Zeitraum Januar bis Juli 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 40 % auf rund 465 Mio. US-Dollar gesunken.
Die Berechnung basiert auf Daten des Staatlichen Zolldienstes der Ukraine.
In den ersten sieben Monaten exportierte die Ukraine Eisenmetalle im Wert von 1,678 Mrd. US-Dollar und Metallprodukte im Wert von weiteren 507,5 Mio. US-Dollar. Die Gesamtexporterlöse dieser beiden Gruppen beliefen sich auf rund 2,185 Mrd. US-Dollar.
Gleichzeitig beliefen sich die Importe von Eisenmetallen auf 1,023 Mrd. US-Dollar und die von daraus hergestellten Erzeugnissen auf 697,6 Mio. US-Dollar. Somit betrugen die Gesamtimporte rund 1,720 Mrd. US-Dollar.
Die Differenz zwischen Exporten und Importen verringerte sich auf etwa 465 Mio. US-Dollar.
Zum Vergleich: Ausgehend von der von der GTS veröffentlichten Jahresentwicklung beliefen sich die Gesamtexporte dieser beiden Warengruppen im Zeitraum Januar bis Juli 2025 auf rund 2,385 Mrd. US-Dollar, die Importe auf etwa 1,612 Mrd. US-Dollar und der Handelsüberschuss auf rund 773 Mio. US-Dollar.
Somit verringerte sich der Handelsüberschuss im Jahresvergleich um etwa 308 Mio. US-Dollar bzw. um fast 40 %.
Der Hauptgrund für diesen Rückgang ist die gegenläufige Entwicklung der Export- und Importströme. Die Gesamtexporte von Eisenmetallen und Metallprodukten gingen in den ersten sieben Monaten um etwa 8,4 % zurück, während deren Importe um etwa 6,7 % stiegen.
Besonders auffällig ist das Ungleichgewicht gerade im Segment der Metallprodukte: Die Exporte beliefen sich hier auf 507,5 Mio. $ bei Importen von 697,6 Mio. $, d. h., das Defizit erreichte rund 190 Mio. $.
Eisen- und Stahlprodukte gleichen dieses Defizit bislang aus: Ihre Exporte übersteigen die Importe um etwa 655 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig sind jedoch die Deviseneinnahmen aus ihren Exporten um 7,6 % gesunken, während die Importe um 7,2 % gestiegen sind.
Diese Entwicklung deutet auf einen deutlichen Rückgang des positiven Beitrags der metallurgischen Erzeugnisse zur Außenhandelsbilanz der Ukraine im Jahr 2026 hin.
Das Bergbau- und Aufbereitungskombinat Pokrowske (PGOK, Region Dnipropetrowsk) plant, die Produktion von Mangankonzentrat im Jahr 2026 gegenüber dem Vorjahr um das 3,44-Fache auf 220.000 Tonnen zu steigern.
Im Jahr 2025 produzierte das Unternehmen 63.900 Tonnen Mangankonzentrat im Wert von 342,138 Mio. UAH und verkaufte 25.400 Tonnen der Erzeugnisse für 216,309 Mio. UAH.
Die Pläne für eine deutliche Steigerung der Produktion fallen mit einer erheblichen Erholung der ukrainischen Exporte von Manganrohstoffen zusammen. Von Januar bis Juli 2026 exportierte die Ukraine 24.647 Tonnen Manganerze. Dies ist mehr als das Achtfache des Wertes im gleichen Zeitraum des Jahres 2025 und übersteigt bereits das Lieferungsvolumen des gesamten vergangenen Jahres.
Die Deviseneinnahmen aus den Exporten erreichten innerhalb von sieben Monaten 4,227 Mio. US-Dollar gegenüber 491.000 US-Dollar im Vorjahr. Die wichtigsten Absatzmärkte waren die Slowakei und Georgien.
Die Bergbau- und Aufbereitungskombinate Pokrowske und Marhanez, die zur Privat-Gruppe gehören, stellten Ende Oktober beziehungsweise Anfang November 2023 den Abbau und die Verarbeitung von rohem Manganerz vor dem Hintergrund militärischer und energiebedingter Risiken für die Branche ein.
Im Jahr 2024 produzierten beide Unternehmen praktisch keine marktfähigen Erzeugnisse. Zum Vergleich: Im Jahr 2023 produzierte das PGOK 160.310 Tonnen Mangankonzentrat, während das Bergbau- und Aufbereitungskombinat Marhanez bereits damals stillstand.
Gleichzeitig mit der Stilllegung der Bergbau- und Aufbereitungskombinate setzten auch die wichtigsten Verbraucher von Manganrohstoffen – die Ferrolegierungswerke Nikopol und Saporischschja – ihre Produktion aus. Im Sommer 2024 begannen die Ferrolegierungsunternehmen mit der Wiederaufnahme der Produktion.
Im Jahr 2026 erhöht die Ukraine auch wieder ihre Importe von Manganerz. Innerhalb von sieben Monaten wurden rund 10.900 Tonnen importiert, fast vollständig aus Ghana, während im gleichen Zeitraum des Vorjahres keine Lieferungen erfolgten.
Somit deutet die aktuelle Entwicklung auf eine schrittweise Erholung der gesamten Wertschöpfungskette der Manganindustrie hin – vom Abbau und der Produktion des Konzentrats bis hin zum Außenhandel und zum Verbrauch der Rohstoffe durch Ferrolegierungsunternehmen.
Die Bergbau- und Aufbereitungskombinate Pokrowske und Marhanez sind die wichtigsten ukrainischen Unternehmen für den Abbau und die Aufbereitung von Manganerz. Mangankonzentrat wird vor allem zur Herstellung von Ferrolegierungen verwendet, die für die metallurgische Industrie erforderlich sind.
Der Bergbau- und Hüttenkombinat in Krywyj Rih, die Aktiengesellschaft „ArcelorMittal Krywyj Rih“ (AMKR, Oblast Dnipropetrowsk), schloss den Zeitraum Januar bis Juni dieses Jahres mit einem Nettoverlust von 6 Mrd. 641,858 Mio. UAH ab, was einem Anstieg um 57,4 % im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres entspricht, als er noch 4 Mrd. 219,136 Mio. UAH betrug.
Laut dem Zwischenbericht des Unternehmens, der der Agentur „Interfax-Ukraine“ vorliegt, beliefen sich die Erlöse von AMKR aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in diesem Zeitraum auf 32.839.717 Mio. UAH gegenüber 33.818.076 Mio. UAH im Zeitraum Januar bis Juni 2025.
Der nicht gedeckte Verlust belief sich Ende Juni 2026 auf 39 Mrd. 482,201 Mio. UAH.
Produktionsvolumen von AMKR im Berichtszeitraum: Roheisen – 311.234 Tausend Tonnen, Walzgut – 381.185 Tausend Tonnen, Eisenerzkonzentrat – 633.045 Tausend Tonnen. Der Anteil der Exporte am Gesamtumsatz betrug 66 %. Im Berichtszeitraum verkaufte AMKR Stahlprodukte auf dem Inlandsmarkt, auf den europäischen Märkten sowie teilweise in andere Länder wie Ägypten, Moldawien und die Türkei. Die Produkte wurden per Bahn und über die Schwarzmeerhäfen exportiert.
Wie berichtet, schloss „ArcelorMittal Kryvyi Rih“ den Zeitraum Januar bis März 2026 mit einem Nettoverlust von 4 Mrd. 599,057 Mio. UAH ab, was einem Anstieg um 54,8 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025 entspricht, als der Verlust noch 2 Mrd. 970,387 Mio. UAH betrug. Der Ertrag aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich in diesem Zeitraum auf 13.244.044 Mio. UAH gegenüber 15.063.014 Mio. UAH im Zeitraum Januar bis März 2025.
AMKR schloss das Jahr 2025 mit einem Nettoverlust in Höhe von 8 Mrd. 896,797 Mio. UAH ab, während dieser im Jahr 2024 bei 8 Mrd. 848,963 Mio. UAH lag. Die Erlöse aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beliefen sich im Jahr 2025 auf 70 Mrd. 634,443 Mio. UAH, im Jahr 2024 auf 64 Mrd. 591,407 Mio. UAH.
Gleichzeitig schloss AMKR das Jahr 2025 mit einem konsolidierten Nettoverlust von 8 Mrd. 887,789 Mio. UAH ab, verglichen mit 8 Mrd. 841,794 Mio. UAH im Jahr 2024. Dabei beliefen sich die konsolidierten Erträge aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit damals auf 70 Mrd. 627,356 Mio. UAH, im Jahr 2024 auf 64 Mrd. 599,685 Mio. UAH. Der konsolidierte nicht gedeckte Verlust belief sich zum Ende des vergangenen Jahres auf 32 Mrd. 927,580 Mio. UAH.
Im Jahr 2024 verringerte das Werk den konsolidierten Nettoverlust gegenüber 2023 um 25,5 % – von 11 Mrd. 875,984 Mio. UAH auf 8 Mrd. 841,812 Mio. UAH. Dabei sank der Nettoumsatz um 54,3 % – von 41.873.521 Mio. UAH auf 64.599.685 Mio. UAH.
„ArcelorMittal Kryvyi Rih“ ist der größte Hersteller von Walzstahl in der Ukraine. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Langprodukten spezialisiert, insbesondere von Bewehrungsstahl und Walzdraht.
ArcelorMittal besitzt in der Ukraine den größten Bergbau- und Hüttenkomplex „ArcelorMittal Kryvyi Rih“ sowie eine Reihe kleinerer Unternehmen, darunter die PJSC „ArcelorMittal Beryslav“.
Nach Angaben des Unternehmens befinden sich 95,128 % seiner Aktien im Besitz der ArcelorMittal Duisburg GmbH (Deutschland).
Das Stammkapital des Metallkombinats beträgt 3 Mrd. 859,533 Mio. UAH.
ArcelorMittal Krywyj Rih, ERTRAG, METALLURGIE, STAHL, VERLUST
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