Business news from Ukraine

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Der Ingenieurbau hat sich zum Segment entwickelt, in dem die Preise in der Ukraine am schnellsten steigen

12 August , 2026  

Die Kosten für Bau- und Montagearbeiten beim Bau von Ingenieurbauwerken in der Ukraine stiegen im Juni 2026 im Vergleich zum Juni des Vorjahres um 24,3 % – dies ist der höchste Wert unter den wichtigsten Segmenten der Baubranche. Nach Angaben des Staatlichen Statistikamtes verteuerte sich der Nichtwohnungsbau im gleichen Zeitraum um 23,8 %, der Wohnungsbau um 19,2 %. Im Durchschnitt der gesamten Baubranche betrug der Anstieg 23,1 %.

Auch bei der monatlichen Entwicklung lag der Ingenieurbau an der Spitze. Im Juni stiegen die Preise hier im Vergleich zum Mai um weitere 1,8 %, gegenüber 1,3 % im Nichtwohnungsbau und 0,8 % im Wohnungsbau.

Im zweiten Quartal 2026 kosteten Ingenieur- und Montagearbeiten 22,4 % mehr als im Zeitraum April bis Juni des Vorjahres. Ein ähnlicher Anstieg – um 22,4 % – wurde im Nichtwohnungsbau verzeichnet, während die Preise im Wohnungsbau um 18,2 % stiegen.

Besonders aufschlussreich ist die vierteljährliche Entwicklung. Im Vergleich zum ersten Quartal stiegen die Preise für Ingenieur- und Bauarbeiten im zweiten Quartal um 12,4 %, im Nichtwohnungsbau um 12 %, während der Anstieg im Wohnungsbau nur 0,4 % betrug.

Nach Ansicht von Andriy Ozeychuk, Inhaber und Geschäftsführer des Ingenieur- und Bauunternehmens Rauta, bleibt der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften einer der Hauptfaktoren, die Druck auf die Baukosten ausüben.

„Derzeit fehlen auf dem Markt etwa 30 % der Fachkräfte in den Bauberufen“, erklärte Ozeitschuk im Februar 2026 in einem Kommentar zur Lage in der Branche.

Seinen Angaben zufolge hat der Personalmangel bereits zu einer spürbaren Beschleunigung des Lohnwachstums geführt. Während die Löhne im Baugewerbe in den Jahren 2022–2024 jährlich um durchschnittlich etwa 15–20 % stiegen, erreichten die Wachstumsraten im Jahr 2025 25–30 %. Besonders stark stiegen die Löhne der Betonbauer – um 50 %, der Vermessungstechniker – um 44 % und der Betonierer – um 38 %.

Somit wird der derzeitige Anstieg der Baukosten nicht nur durch die Preise für Baumaterialien und -ausrüstung bestimmt. Eine immer größere Rolle spielen die Kosten für die Bauarbeiten selbst und die Arbeitskräfte.

Ozeychuk wies zudem auf den langfristigen Charakter des Personalproblems hin. Seinen Angaben zufolge sehen sich die Berufsschulen sowohl mit einem Mangel an Studierenden in den Bauberufen als auch mit deren Abwanderung bereits in den ersten Studienjahren konfrontiert.

„Langfristig könnte dies zu einem noch größeren Fachkräftemangel führen und den Wiederaufbau der Ukraine verlangsamen“, meint der Eigentümer des Unternehmens Rauta.

Nach Einschätzung des Unternehmens zwingt der Fachkräftemangel die Baubranche bereits dazu, Arbeitskräfte außerhalb der Ukraine zu suchen, insbesondere in Indien, Nepal, Bangladesch und Pakistan.

Der Anstieg der Kosten im Ingenieurbau ist für die Ukraine von besonderer Bedeutung, da ein enormer Bedarf an der Wiederherstellung der Energie-, Verkehrs-, Kommunal- und anderer kritischer Infrastruktur besteht. Nach Einschätzung von Rauta machte das Segment der Wiederherstellung und des Schutzes kritischer Infrastruktur zum Jahresende 2025 bereits rund 20 % des ukrainischen Baumarktes aus.

Daher kann sich ein weiterer Preisanstieg bei Ingenieurleistungen direkt auf die Kostenvoranschläge für Wiederaufbauprojekte auswirken. Bei einem Anstieg der Kosten für Bau- und Montagearbeiten um 20–25 % könnten Projekte, deren Budgets bereits deutlich früher festgelegt wurden, zusätzliche Finanzmittel oder eine Überarbeitung der technischen Lösungen und Umsetzungsfristen erfordern.

Dabei gehören gerade der Nichtwohnungsbau und der Infrastrukturbau weiterhin zu den aktivsten Bereichen des Marktes. Im Jahr 2025 waren Lager-, Produktions- und Handelsgebäude die wichtigsten Objekte für Investitionen in Gewerbeimmobilien, während die Regionen Kiew, Lemberg und Iwano-Frankiwsk die attraktivsten Standorte für Neubauten darstellten, so Ozeychuk.

Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Preise im Ingenieurbau im Jahresvergleich um 16,1 %, im Nichtwohnungsbau um 16,5 % und im Wohnungsbau um 13,7 %.

„Rauta“ ist in den Bereichen Planung, Bau und Montage von Gebäuden tätig und Mitglied der Europäischen Vereinigung der Bauindustrie. Nach Angaben des Einheitlichen Staatsregisters hält Andrij Ozeychuk 100 % des Stammkapitals des Unternehmens.

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