Die Agrarholdings „TAS Agro“, IMC und „Eridon“ planen keine Verringerung der Anbauflächen für Winterweizen, während HarvEast beabsichtigt, die Getreideanbauflächen zugunsten von Sonnenblumen und Soja zu reduzieren, wie Vertreter der Unternehmen bei einer Umfrage im Rahmen der XVII. Internationalen Konferenz „Effizientes Management von Agrarunternehmen“ (LFM 2026).
Oleg Zapletnyuk, CEO von „TAS Agro“, erklärte, dass das Unternehmen die Anbauflächen für Weizen beibehalten werde, da diese Kulturpflanze eine wichtige Rolle in der Fruchtfolge spiele: Weizen sei die wichtigste Vorfrucht für Raps. Seinen Angaben zufolge macht Raps derzeit den größten Teil des Umsatzes und der Liquidität des Unternehmens aus.
„TAS Agro“ hat die Aussaat der geplanten 15.000 ha Raps bereits abgeschlossen und setzt die Aussaat von Weizen fort. Zum Zeitpunkt der Befragung seien etwa 35 % der geplanten Fläche eingesät, so Zapletnyuk.
Auch der Agrarkonzern IMC hat nicht die Absicht, die Weizenanbauflächen zu verringern. Sein Geschäftsführer Oleksandr Verzhikhovskyi teilte mit, dass die Aussaat von 2.700 ha Weizen geplant sei.
Der Eigentümer von „Eridon“, Serhiy Krolovets, erklärte, dass das Unternehmen aufgrund ungünstiger Wetterbedingungen die Rapsaussaat praktisch aufgegeben habe. Weizen soll in etwa auf dem Niveau des Vorjahres ausgesät werden, obwohl die Arbeiten derzeit in trockenem Boden durchgeführt werden müssen, während man auf Niederschläge wartet.
Gleichzeitig plant der Agrarkonzern HarvEast, die Anbauflächen für Weizen und Mais zugunsten von Sonnenblumen und Soja zu reduzieren. CEO Dmitri Skornyakov begründete dies mit der Notwendigkeit, die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens in der kommenden Saison zu sichern.
„… Ölsaaten sind derzeit wirtschaftlich viel rentabler, und wir werden den Anbau von Sonnenblumen und Soja ausweiten und den von Mais und Weizen reduzieren“, sagte er.
Maria Osyka, Direktorin für strategische Entwicklung der Agrargruppe „Agroprosperis“, berichtete von Plänen, 10.000 ha Saatweizen und 55.000 ha Raps anzubauen.
Der deutsche Außenminister Johann Wadeful hat eingeräumt, dass die deutschen Behörden der Ukraine dabei helfen könnten, in Deutschland lebende ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter anhand von Daten zu Anmeldung, Aufenthaltsgenehmigung und Sozialleistungsbezügen zu identifizieren.
Eine entsprechende Erklärung gab Wadeful in einem Interview mit dem stellvertretenden Chefredakteur der „Bild“, Paul Ronzheimer, ab, das am Abend des 8. September veröffentlicht wurde.
Wadeful schloss sich der Position des Vorsitzenden der Christlich-Sozialen Union, Markus Söder, an, wonach sich in Deutschland aufhaltende ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter in die Ukraine zurückkehren sollten.
„Wir wissen, wer hier lebt, wer beispielsweise Sozialleistungen bezieht, wer hier gemeldet ist und wer einen Aufenthaltsstatus hat“, sagte der deutsche Außenminister.
Laut Wadeful könnten sich die ukrainischen Behörden auf der Grundlage dieser Daten direkt an die in Deutschland aufhältigen Männer wenden und sie über die Notwendigkeit informieren, zum Militärdienst einberufen zu werden.
Dabei betonte der Minister ausdrücklich, dass die Rückkehr der Ukrainer in ihr Land „ohne Zwang“ erfolgen müsse.
Bislang wurde auch nicht darüber berichtet, dass die deutsche Bundesregierung einen entsprechenden Mechanismus beschlossen hätte, noch über eine Liste der zu übermittelnden Daten oder das rechtliche Verfahren für deren Weitergabe an die Ukraine.
Die Frage betrifft eine beträchtliche Anzahl von Menschen. Laut der offiziellen Antwort der deutschen Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hielten sich Ende Oktober 2025 328.363 männliche ukrainische Staatsbürger im Alter von 18 bis 60 Jahren im Land auf. Dabei betonte die Regierung ausdrücklich, dass diese Statistik auch Ukrainer umfasst, die bereits vor Beginn des umfassenden Krieges in Deutschland lebten, und dass den deutschen Behörden keine Informationen darüber vorliegen, wie viele dieser Männer tatsächlich der ukrainischen Wehrpflicht unterliegen.
Deutschland ist nach wie vor das EU-Land mit der höchsten Zahl an Ukrainern, die vorübergehenden Schutz genießen. Nach Angaben von Eurostat hatten am 30. Juni 2026 1,286 Millionen Menschen diesen Status in der Bundesrepublik, was 29,2 % aller Personen aus der Ukraine entspricht, die in der Europäischen Union vorübergehenden Schutz erhalten.
Die Diskussion über Männer im wehrpflichtigen Alter in Deutschland hat in den letzten Monaten an Intensität zugenommen. Vertreter eines Teils der Regierungskoalition sprechen sich für die Schaffung wirtschaftlicher und administrativer Anreize für deren Rückkehr in die Ukraine aus. Die Äußerung von Wadeful ist jedoch einer der konkretesten Vorschläge eines hochrangigen deutschen Beamten hinsichtlich der Nutzung der dem Staat bereits vorliegenden Registrierungsdaten.
Primärquelle – Interview mit Johann Wadeful in der „Bild“ vom 8. September 2026. „Bild“ – Interview mit Johann Wadeful