Die Ukraine erzielte im Zeitraum Januar bis August 2026 4,46 Mrd. US-Dollar aus dem Export von IT-Dienstleistungen, womit der Technologiesektor rund 12 % der gesamten Waren- und Dienstleistungsexporte des Landes ausmachte, wie aus Daten der Nationalbank der Ukraine hervorgeht, die vom Experten- und Analysezentrum Experts Club ausgewertet wurden.
Somit entfällt etwa jeder achte Dollar der Exporteinnahmen der Ukraine auf IT-Dienstleistungen.
Die Gesamtexporte der Ukraine an Waren und Dienstleistungen beliefen sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 auf 35,8 Mrd. US-Dollar und blieben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu unverändert.
Den größten Teil der Deviseneinnahmen macht nach wie vor der Warenexport aus – 24,9 Mrd. US-Dollar oder etwa 70 % des Gesamtvolumens. Der Export von Dienstleistungen belief sich auf 10,9 Mrd. US-Dollar, wovon 4,46 Mrd. US-Dollar auf den IT-Bereich entfielen.
Somit macht der IT-Sektor bei einem Anteil der Dienstleistungen am Gesamtexport des Landes von etwa 30 % allein etwa 12 % der gesamten Exporteinnahmen der Ukraine aus.
Wie Analysten des Experts Club feststellen, verdeutlichen diese Zahlen die besondere Rolle der IT für den ukrainischen Außenhandel. Im Gegensatz zum Warenexport sind technologische Dienstleistungen praktisch unabhängig von der Seelogistik, der Durchlasskapazität der Grenzen und dem physischen Transport der Produkte.
Zudem bleibt die IT-Branche der größte Bestandteil des ukrainischen Dienstleistungsexports. Auf Computerdienstleistungen entfallen etwa 41 % der gesamten Exporteinnahmen des Dienstleistungssektors.
Im Zeitraum Januar bis August belief sich der Dienstleistungsexport der Ukraine auf 10,9 Mrd. US-Dollar und stieg damit im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Jahres 2025 um etwa 6 %. Der IT-Export stieg um 4 % auf 4,46 Mrd. US-Dollar.
Trotz der Erholung hat der IT-Sektor sein historisches Hoch aus dem Jahr 2022 noch nicht wieder erreicht. Der Export von IT-Dienstleistungen lag in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 weiterhin um etwa 9 % unter dem Wert des entsprechenden Zeitraums im Jahr 2022.
Somit zeigt der ukrainische IT-Export einerseits eine Erholung nach den Rückgängen der vergangenen Jahre und behält andererseits eine außerordentlich wichtige Rolle bei der Generierung von Deviseneinnahmen des Landes bei.
Datenquelle: Nationalbank der Ukraine. Die Berechnungen zur Exportstruktur basieren auf Daten der NBU, die von Opendatabot veröffentlicht wurden.
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Die Discounter-Kette „Velmart“ hat ihre Lieferketten umstrukturiert und den Anteil der Direktlieferungen von Herstellern an die Filialen auf 53 % erhöht, wie die Pressestelle des Unternehmens mitteilte.
„Stand September umfassen die Lieferungen an die Kette mehr als 11.000 Artikel, die von über 570 Lieferantenpartnern bereitgestellt werden. Im September stieg der Anteil der Direktlieferungen von Herstellern am Gesamtwert der Wareneingänge auf rund 53 %, während dieser Wert im August noch bei 12 % lag“, heißt es in der Pressemitteilung der Kette.
Dem Bericht zufolge liefern lokale Hersteller ihre Produkte direkt in ihre jeweiligen Regionen, ohne dass eine Lieferung an ein Verteilzentrum erforderlich ist. Dieser Ansatz entlastet die überregionalen Transportwege und ermöglicht eine schnellere Belieferung der Filialen.
Darüber hinaus räumt „Velmart“ der Belieferung mit Artikeln des täglichen Bedarfs Priorität ein: Milchprodukte, Feinkost, Fleisch, Backwaren, Trockenwaren, Gemüse, Obst, Zucker, Salz und Mehl. Sind Waren aus ukrainischer Produktion nicht verfügbar, sucht die Kette nach Alternativen aus Polen oder Rumänien.
Die „Velmart“-Kette gehört zur Multi-Brand-Holding Retail Group. Sie umfasst 34 Filialen in 18 Städten der Ukraine. Sie entwickelt 10 eigene Handelsmarken und verfügt über sieben eigene Produktionsstätten mit vollständigem Produktionszyklus: für Fleisch- und Fischprodukte (gekühlt und geräuchert), Fertiggerichte, Backwaren und Süßwaren.
Das Unternehmen baut außerdem die Kette moderner Food-Courts „Graan Café“ in den „Velmart“-Supermärkten sowie den Bereich für Tierbedarf „Puchnasti Spravy“ aus.
Nach Angaben des Analysesystems YouControl steigerte die „Foodcom“ GmbH, die das „Velmart“-Netzwerk betreibt, im Jahr 2025 ihren Nettoumsatz um 18,7 % auf 23,6 Mrd. UAH und ihren Nettogewinn um das 3,2-Fache auf 378,6 Mio. UAH.
Als Eigentümer der „Foodcom“ GmbH wird die AG „Retail Group“ angegeben, als wirtschaftlich Verantwortlicher Roman Lunin.
Die Zentralbanken weltweit haben im August 2026 ihre offiziellen Goldreserven um insgesamt 39 Tonnen (netto) aufgestockt, wobei die Volksbank von China der größte Käufer war. Dies geht aus einer Analyse des Experts Club hervor, die auf den am 6. Oktober veröffentlichten Daten des World Gold Council (WGC) basiert.
Nach Angaben des WGC waren im August die wichtigsten Goldkäufer:
China – 20,2 Tonnen
Polen – 7,8 Tonnen
Usbekistan – 7,8 Tonnen
Kasachstan – 7,4 Tonnen
Türkei – 2,9 Tonnen
Tschechien – 1,7 Tonnen
Bolivien – rund 1 Tonne
Ghana – rund 1 Tonne
China hat im 22. Monat in Folge Gold gekauft. Im August stockte die Volksbank von China ihre Goldreserven um etwa 20,2 Tonnen auf – dies war die größte monatliche Aufstockung seit Oktober 2023.
Im Zeitraum Januar bis August hat China rund 80 Tonnen Gold erworben. Die offiziellen Goldreserven des Landes beliefen sich auf etwa 2.387 Tonnen, was rund 9 % der gesamten internationalen Reserven Chinas entspricht.
Trotz Chinas Führungsposition im August bleibt Polen seit Anfang 2026 der größte Goldkäufer. Die polnische Nationalbank erwarb im August rund 7,8 Tonnen und seit Jahresbeginn bereits 98 Tonnen. Die Goldreserven Polens stiegen auf etwa 648 Tonnen und näherten sich damit dem erklärten Ziel von 700 Tonnen.
Usbekistan hat seine Reserven um etwa 7,8 Tonnen erhöht. Seit Jahresbeginn hat das Land rund 50 Tonnen Gold erworben, und das Gesamtvolumen der Goldreserven erreichte etwa 439 Tonnen. Etwa 90 % der Reserven Usbekistans entfallen auf Gold.
Kasachstan hat im August rund 7,4 Tonnen Gold erworben und damit das Kaufvolumen seit Jahresbeginn auf etwa 36 Tonnen erhöht. Die Goldreserven des Landes beliefen sich auf rund 377 Tonnen, was 79 % der internationalen Reserven entspricht.
Die Türkei kehrte nach drei Monaten der Verkäufe zu Nettoankäufen zurück und erwarb rund 2,9 Tonnen. Dabei bleibt das Land seit Anfang 2026 ein großer Nettoverkäufer – der Gesamtabbau der Reserven beträgt rund 82 Tonnen, wobei der Großteil der Verkäufe auf das erste Quartal entfiel.
Die Tschechische Nationalbank erwarb rund 1,7 Tonnen und setzte damit ihre Serie von Netto-Goldkäufen auf 42 Monate in Folge fort. Seit Jahresbeginn hat die Tschechische Republik rund 14 Tonnen hinzugewonnen und ihre Reserven damit auf 86 Tonnen erhöht.
Insgesamt meldeten die Zentralbanken weltweit für den Zeitraum Januar bis August 2026 Nettokäufe von etwa 170 Tonnen Gold.
Der World Gold Council stellt fest, dass die Zusammensetzung der größten Käufer relativ stabil bleibt. Dies deutet darauf hin, dass die Zentralbanken Gold in erster Linie im Rahmen einer langfristigen Reservenpolitik kaufen, während monatliche Schwankungen mit dem Zeitplan der Programmumsetzung, der Marktsituation und dem Liquiditätsbedarf einzelner Länder zusammenhängen.
Zum Vergleich: Im Juli kauften die Zentralbanken weltweit netto 23 Tonnen Gold. Somit stieg das Volumen der Nettokäufe im August um etwa 70 % gegenüber dem Vormonat.
Offizielle Quelle: World Gold Council, Central Bank Gold Statistics, veröffentlicht am 6. Oktober 2026.
Das litauische Unternehmen für Verteidigungstechnologie Unmanned Defense Systems (UDS) gab am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt, dass es seine Tätigkeit in der Ukraine über das neu gegründete ukrainisch-litauische Joint Venture „UDS Ukraine“ aufgenommen hat.
„Die Ukraine hat das Tempo, mit dem sich Verteidigungstechnologien entwickeln müssen, erheblich verändert. Mit einer ständigen Präsenz in der Ukraine wollen wir unsere Technologien, unser ingenieurtechnisches Know-how und unseren systemischen Ansatz den Menschen näherbringen, die sie benötigen“, erklärte Vityanis Bužas, Mitbegründer und Geschäftsführer von UDS, in der Pressemitteilung.
Seinen Worten zufolge strebt das Unternehmen an, ein langfristiger Partner der Ukraine zu werden und einen Beitrag zur Stärkung der ukrainischen Verteidigungsfähigkeit zu leisten.
„Für Unternehmen, die in der Verteidigungsindustrie tätig sind, ist eine Präsenz in der Ukraine keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Gerade hier können Technologien entsprechend den realen Anforderungen des Schlachtfelds getestet, verbessert und weiterentwickelt werden“, erklärte Inga Stanite-Tolochkene, Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafterin der Republik Litauen, in der Pressemitteilung.
Es ist vorgesehen, dass das ukrainische Team im Rahmen des gegründeten Gemeinschaftsunternehmens UDS Ukraine mit den Verteidigungskräften und Partnern in der Verteidigungsindustrie zusammenarbeiten wird, um den Einsatz der Systeme in den Einheiten zu begleiten, Bediener zu schulen und die Zusammenarbeit mit den Militäreinheiten zu unterstützen.
Es wird darauf hingewiesen, dass die Präsenz von UDS in der Ukraine dem ukrainischen Militär unter anderem Zugang zum Fachwissen des Unternehmens verschaffen und zudem den Weg von den im Kampfeinsatz auftretenden Anforderungen zu technischen Lösungen verkürzen wird, die in der Praxis umgesetzt werden können.
Stepan Veselovsky, der bis Januar 2026 den Lviv IT Cluster leitete, wird als CEO die Leitung von UDS Ukraine übernehmen und dem Unternehmen zudem als Mitgesellschafter beitreten, wie er auf Facebook mitteilte.
„Für mich ist dies mehr als nur ein neuer beruflicher Schritt. Es ist eine Gelegenheit, die Erfahrung von UDS bei der Entwicklung komplexer technologischer Systeme dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt wird – zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine“, betonte Veselovsky.
Seinen in der Pressemitteilung des Unternehmens wiedergegebenen Aussagen zufolge verfügen die Spezialisten von UDS über Erfahrung in der Entwicklung technologischer Systeme, insbesondere von unbemannten Plattformen bis hin zu Weltraumtechnologien. Es wird darauf hingewiesen, dass das Unternehmen beabsichtigt, dieses Fachwissen auch in der Ukraine einzubringen.
UDS ist ein litauisches Unternehmen, das skalierbare, integrierte unbemannte Lösungen auf der Grundlage kampferprobter Produkte und einer einheitlichen Softwareplattform entwickelt. Dabei handelt es sich um „Forecaster“ – eine UAV-Plattform für Aufklärung, Überwachung, Ortung und Zielerfassung (ISTAR) –, „Avenger 5“ – ein Langstrecken-Angriffs-UAV für hochpräzise Angriffe – sowie weitere Systeme.
Quelle: https://www.facebook.com/share/p/18SiezPzLG
Mehr als zwei Drittel der Ukrainer, die den Kauf einer Wohnung planen, legen Wert auf eine Notstromversorgung und eine autonome Heizung, wie die Ergebnisse einer Umfrage von „OLX Immobilien“ zeigen.
Der Studie zufolge halten 68 % der potenziellen Käufer eine Notstromversorgung für den Fall von Stromausfällen für wichtig, gegenüber 49 % im Jahr 2025. Somit ist der Anteil der Käufer, die auf die Energieunabhängigkeit einer Immobilie achten, innerhalb eines Jahres um gleich 19 Prozentpunkte gestiegen. Auch eine autonome Heizung ist für 68 % der Befragten wichtig.
„Die Energieversorgungssicherheit hat faktisch denselben Stellenwert wie viele ‚traditionelle‘ Merkmale einer Wohnung oder eines Hauses erreicht“, heißt es in der Mitteilung von OLX.
Das Hauptkriterium beim Kauf einer Wohnung bleibt dabei jedoch der Preis – 82 % der Befragten nannten den Preis als wichtig. An zweiter Stelle steht die Gesamtfläche der Wohnung – 79 %.
Die Anzahl der Zimmer und die Stadtlage werden von jeweils 77 % der potenziellen Käufer berücksichtigt. Ein guter Grundriss oder eine gute Renovierung sowie der Fertigstellungsgrad der Immobilie sind für 76 % der Befragten wichtig, die Infrastruktur und das äußere Erscheinungsbild des Hauses für 73 % und die Etage für 72 %.
Gleichzeitig hat der Krieg die Anforderungen der Ukrainer an die Sicherheit von Immobilien erheblich verändert. Die Entfernung zu strategischen Objekten berücksichtigen 67 % der potenziellen Käufer, und das Vorhandensein eines Schutzraums direkt im Haus ist für 60 % wichtig.
Dabei spielen die traditionellen Vorteile der Wohnlage eine geringere Rolle. Die Nähe zur U-Bahn nannten 46 % der Befragten als wichtig, die Lage in der Nähe des Stadtzentrums 45 %.
Der Hauptgrund für den Kauf von Immobilien bleibt der Wunsch, die bestehenden Wohnverhältnisse zu ändern – dieses Motiv nannten 47 % der Befragten. Weitere 42 % möchten sich einen eigenen, separaten Lebensraum schaffen, 23 % planen den Umzug in eine geräumigere Wohnung, 20 % betrachten den Kauf als Möglichkeit, ihren Lebensstandard zu verbessern, und 11 % möchten in ein anderes Stadtviertel ziehen.
Die Investitionskomponente bleibt zwar bedeutend, tritt jedoch hinter den Kauf von Wohnraum für den Eigenbedarf zurück. 28 % der potenziellen Käufer betrachten Immobilien als Kapitalanlage. Insbesondere rechnen 19 % damit, in Zukunft Einnahmen aus der Vermietung oder dem Weiterverkauf der Immobilie zu erzielen.
Somit belegen die Ergebnisse der Studie eine Verschiebung der Prioritäten der ukrainischen Käufer: Neben Preis, Fläche und Lage der Immobilie gewinnen deren Funktionsfähigkeit bei Stromausfällen sowie das Sicherheitsniveau zunehmend an Bedeutung.
Nach Angaben von OLX hat sich die Einstellung zur Notstromversorgung besonders deutlich verändert: Während im Jahr 2025 noch etwa jeder zweite potenzielle Käufer diesen Aspekt berücksichtigte, waren es im Jahr 2026 bereits mehr als zwei Drittel.
Quelle: Studie „OLX Immobilien“.
Der Nobelpreis für Physik 2026 wurde dem belgisch-amerikanischen Physiker Francis Halzen für seinen entscheidenden Beitrag zur Schaffung des Neutrino-Observatoriums IceCube und die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs verliehen, teilte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag mit.
„Für entscheidende Beiträge zum Neutrino-Observatorium IceCube und die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs“, heißt es in der offiziellen Formulierung des Nobelkomitees.
Halzens Arbeiten eröffneten faktisch eine neue Möglichkeit, das Universum zu erforschen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Teleskopen, die elektromagnetische Strahlung registrieren, ermöglicht IceCube die Beobachtung kosmischer Prozesse mithilfe von Neutrinos — extrem leichten, elektrisch neutralen Elementarteilchen, die nur äußerst selten mit Materie wechselwirken.
Neutrinos können Planeten, Sterne und andere Objekte praktisch ohne Wechselwirkung mit ihnen durchqueren. Sie besitzen außerdem keine elektrische Ladung, weshalb Magnetfelder die Richtung ihrer Bewegung nicht verändern. Dadurch können hochenergetische Neutrinos Informationen direkt von den Quellen der stärksten Prozesse im Universum zur Erde bringen und Wissenschaftlern helfen festzustellen, wo kosmische Strahlung mit ultrahohen Energien entsteht.
Halzen schlug vor, das transparente Eis der Antarktis zur Registrierung solcher Teilchen zu nutzen. Dieses Konzept führte schließlich zur Errichtung des IceCube-Observatoriums am Südpol.
IceCube ist ein gigantischer Detektor mit einem Volumen von etwa 1 Kubikkilometer. Im antarktischen Eis sind mehr als 5.000 lichtempfindliche Sensoren installiert. Wenn ein Neutrino in seltenen Fällen mit einem Atomkern wechselwirkt, erzeugen die dabei entstehenden Sekundärteilchen eine charakteristische Strahlung, die von den Sensoren registriert wird. Anhand der Richtung und der Eigenschaften eines solchen Signals können Wissenschaftler Informationen über das aus dem Weltraum eingetroffene Neutrino gewinnen.
Die Idee, antarktisches Eis für die Suche nach kosmischen Neutrinos zu verwenden, schlug Halzen bereits 1988 vor. Der Bau von IceCube wurde 2011 abgeschlossen, und bereits 2013 meldete das Observatorium den ersten Nachweis hochenergetischer Neutrinos, die von außerhalb des Sonnensystems gekommen waren.
2017 registrierte IceCube ein hochenergetisches Neutrino, das mit dem aktiven Kern einer fernen Galaxie in Verbindung gebracht werden konnte. 2022 erhielt das Observatorium Hinweise auf hochenergetische Neutrinostrahlung einer aktiven Galaxie in etwa 47 Millionen Lichtjahren Entfernung von der Erde und 2023 — aus unserer Galaxie, der Milchstraße.
Solche Beobachtungen wurden zu einem wichtigen Bestandteil der sogenannten Multi-Messenger-Astronomie, bei der ein und derselbe kosmische Prozess gleichzeitig anhand elektromagnetischer Strahlung, Neutrinos, kosmischer Strahlung und Gravitationswellen untersucht wird.
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften weist darauf hin, dass die Daten von IceCube die Untersuchung der Bedingungen für die Entstehung hochenergetischer Neutrinos ermöglichen und in Zukunft zur Entdeckung bislang unbekannter kosmischer Phänomene führen könnten.
Halzen wurde 1944 im belgischen Tienen geboren. Er ist Professor für Physik an der University of Wisconsin–Madison und leitender Wissenschaftler des IceCube-Projekts. An der Universität arbeitet er seit 1972.
Die Höhe des Nobelpreises für Physik beträgt 2026 12 Millionen schwedische Kronen oder rund 1,2 Millionen US-Dollar. Da Halzen der einzige Preisträger in dieser Kategorie ist, erhält er die gesamte Preissumme.
Der Nobelpreis für Physik wird von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften für die bedeutendsten Entdeckungen und Errungenschaften auf dem Gebiet der Physik verliehen. Der Preis wurde gemäß dem Testament des schwedischen Erfinders und Unternehmers Alfred Nobel gestiftet. Die ersten Nobelpreise wurden 1901 verliehen.
Gemäß Nobels Testament werden die Auszeichnungen für Leistungen in Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur sowie für Tätigkeiten zur Förderung des Friedens verliehen. Der Preis für Wirtschaftswissenschaften zum Gedenken an Alfred Nobel wurde später von der Schwedischen Reichsbank gestiftet.
Die Preisträger erhalten eine Medaille, eine Urkunde und ein Preisgeld. Die Verleihung der Nobelpreise findet traditionell am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, statt. Die Preise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm verliehen, der Friedensnobelpreis in Oslo.
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